Der Assistenzhund – Ein Helfer, der nicht überall hin darf

Ein Assistenzhund ist dazu da, um einem Menschen mit Behinderung zur Seite zu stehen, seinem Herrchen oder Frauchen das Leben zu erleichtern.

Aber so einfach ist das auch nicht, wenn um tägliche Dinge wie Einkaufen geht, da nicht jedes Lebensmittelgeschäft den vierbeinigen Helfer in den Laden lässt. Bis jetzt gibt es in Deutschland jedoch kein Gesetz, mit dem der Zutritt von Assistenzhunden an Orten geregelt wird, wo normalerweise kein Tier Zutritt hat.

Die Beschränkung hat unter anderen damit zu tun, dass das Personal nicht auf Assistenzhunde eingestellt ist, andere Kunden/Patienten fürchten sich vor Hunden oder sind gegen Hundehaare allergisch. Oder aber kommen sich ungerecht behandelt vor, weil der Assistenzhund seinen Besitzer begleiten darf, und eigene Hunde müssen draussen bleiben.

Assistenzhund sind nicht billig

Die Ausbildung eines Assitenzhundes kostet bis zu €25.000 Euro, die aber nicht immer von der Krankenkasse übernommen wird. Das kommt daher, dass nicht alle Arten von Assistenzhunden eine gesetzliche Gleichstellung haben, und die Hundehalter die Finanzierung für die Ausbildung selber tragen müssen.

Wie es aussieht, bewegt sich einiges in die richtige Richtung. Zu diesem Zweck wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales Initiativen und Betroffene eingeladen, damit Ziele für ein Gesetz formuliert werden konnten.

In der Sonderfallregelung nach Anhang II Kaptiel IX Nummer 4 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 ist das Mitführen ausgebildeter Assistenzhunder nach dem EU-Lebensmittelhygienerecht erlaubt. Das bedeutet, dass kein Lebensmittelgeschäft das Recht, dem Halter samt Hund die Tür zu weisen, da das eine Diskrimierung von behinderten Menschen ist. *

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat in einem Brief an die Stiftung Assistenzhund im September 2019 auch darauf hingewiesen, dass die Hunde nicht mit Lebensmittel in Berührung kommen, und diese verunreinigen dürfen, was aber kein Problem darstellen sollte, da die Hunde sehr geschult, und auch sehr disziplimiert sind.  

Vier Arten von Assistenzhunden

Im Bundesbehindertengesetzt Paragraf 39 a ist eine Definition des Umgangs mit Assistenzhunden zu finden, darunter auch, welches Funktionen die Assistenzhunde haben, und welches Vorausetzungen die Besitzer zu erfüllen haben, um eine Förderung vom Staat zu bekommen.  Vier Arten von Assistenzhunden gibt es:

Blindenführhunde, die als Navigator dienen, Hindernisse anzeigen oder etwa Sitzplätze suchen können.

Servicehunde, die Menschen mit Mobilitätseinschränkung bei Aufgaben wie dem Abkleiden oder Aufheben von Gegenständen unterstützen.

Signalhunde, die Menschen mit Hörbehinderung, Diabetiker*innen, Epi­lep­tiker*­innen oder Traumatisierten helfen. Etwa wenn diese Krampfanfälle erleiden und stürzen. Ein Notarzt kann dann in einem Informationsetui des Hundes die richtige Behandlung und Medikation erfahren.

Signalhunde sind zudem trainiert, gesundheitsgefährdende Situationen frühzeitig zu erkennen – um so Anfälle bestenfalls gar zu verhindern. Und Therapiebegleithunde, die mit ihrer Anwesenheit positiv auf die Betroffenen einwirken und so Teil eines therapeutischen Konzepts sein können.

Tierrechte und Gesetz

Im Workshop, zu dem das Sozialministerium eingeladen hatten, wurden auch die Tierrechte angesprochen. Sowohl der angehende Assistenzhund als auch der Halter einer Prüfung unterzogen, um die Tauglichkeit von beiden zu testen. Ein solche Prüfung kann 5 bis 6 Stunden in Anspruch nehmen, die zu Hause beginnt, und in einem Geschäft forgesetzt.

Hier könnte eine geplante, gesetzliche Regelung zur Krankenkassenfinanzierung das Leben vieler Betroffener wesentlich erleichtern. Blindenführhunde sind die einzigsten Assistenzhunde, die im Moment von den Krankenkassen finanziert werden. Aber um zu diesem Punkt zu gelangen, war einen jahrzehntelange Arbeit nötig, und nicht so einfach auf die anderen Assistenzhunder zu übertragen.

Es gibt keinen konkreten Zeitplan, wann das Assistenzhundegesetz in Kraft treten wird. Eine schnelle Lösung ist willkommen. Und dann sieht man hoffentlich bald ein Schild im Fenster von Geschäften: “Assistenzhunde willkomen”.

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